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Aktuelles

Ein aktueller Bericht zu Gewalt gegen Frauen macht deutlich: Deutschland hat die Istanbul-Konvention mangelhaft umgesetzt. Weibliche Asylsuchende und ihre geschlechtsspezifischen Fluchtgründe werden kaum in den Blick genommen, sie fallen in vielerlei Hinsicht durchs Raster. Das offenbart eine aktuelle Untersuchung von PRO ASYL, den Flüchtlingsräten und dem Institut für Kulturanthropologie der Universität Göttingen.

Die Themen Migration und Teilhabe finden sich kaum in den Wahlpro-grammen der meisten Parteien. Es sei Zeit für eine neue, postmigrantische Partei, sagt Migrationsforscherin Naika Foroutan im Interview mit dem Mediendienst Integration. Außerdem erklärt sie, warum eine solche Partei Maximalforderungen stellen sollte, wie sie sich inhaltlich aufstellen müsste, um erfolgreich zu sein, und warum sie eine wichtige taktische Rolle spielen könnte.

Die Menschen in westlichen Ländern haben hohe Erwartungen an die Demokratie: Viele halten sie nur dann für eine gute Sache, wenn sie auch gute Ergebnisse für die Menschen im Land hervorbringt. Zwischen 24 und 51 Prozent der Menschen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und den USA haben kein gefestigtes Verhältnis zu ihrer jeweiligen Demokratie – auch wenn eine große Mehrheit “Ja“ zu dieser Staatsform sagt.

Häufig wird behauptet, Menschen mit "Migrationshintergrund" würden sich zu wenig in Politik und Gesellschaft engagieren. In einer mehrsprachigen, repräsentativen Umfrage mit Menschen mit und ohne Migrationsge-schichten, durchgeführt im Mai 2021, hat die Denkfabrik d|part untersucht, wie Menschen mit Migrationsge-schichten dieses "Mitmachen" selbst erfahren und welche Rolle dabei der Faktor "Migrationshintergrund" überhaupt spielt.

Zum Ende der Legislaturperiode zieht PRO ASYL eine kritische Bilanz zum Familiennachzug für Geflüchtete und wirft der schwarz-roten Koalition vor, das Zusammenkommen von getrennten Flüchtlingsfamilien systematisch zu verhindern und Mütter, Väter und Kinder in schier endlose Warteschleifen zu verbannen. Visumsverfahren verzögern sich. Aber: Das Grundrecht auf Familie gilt für alle, das Warten muss ein Ende haben.

Horst Seehofer hat gestern mit dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, den Abschlussbericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus vorgestellt. Horst Seehofer: “Der Kampf gegen Antiziganismus verlangt höchste Wachsamkeit. (...) Ich wünsche mir, dass sich die Bundesregierung und der Bundestag auch in der nächsten Legislaturperiode intensiv diesem Thema widmen. (...)“

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Good Practice

Die Symbole von Islam, Judentum und Christentum. Foto: shutterstock/Vladimir Melnik

Vielerorts gehören ökumenische Gottesdienste zu den Interkulturellen Wochen dazu, teilweise unter Beteili-gung von Gläubigen nichtchristlicher Religionen. Das wirft Fragen auf, wie diese in angemessener Weise beteiligt werden können. Wichtig ist die Sensibilität für die Situation vor Ort, die Absprache mit den Beteiligten sowie eine exakte Vorbereitung.

Die Ausstellung lädt dazu ein, genauer hinzuschauen. Foto: Gerburgis Sommer

Die Wanderausstellung "Schau mich an – Gesicht einer Flucht" lädt dazu ein, genauer hinzuschauen. Wer sind die Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen? Was hat sie in die Flucht getrieben? Wie geht "Fliehen" überhaupt? Und wie erleben sie ihre Ankunft in Deutschland? Gegen eine Gebühr kann die Schau ausgeliehen werden.

Andjela bewältigt ihre dunklen Erinnerungen mit ihrer Geige im Jugendsymphonieorchester.

Sechs junge Flüchtlinge treffen in einem Deutschkurs zusammen. Dort sollen sie lernen, wie man im Deutschen Träume und Wünsche ausdrückt, sind jedoch nicht wirklich bei der Sache. Zu sehr sind sie abgelenkt von dem, was sie wirklich beschäftigt: Dunkle Erinnerungen, Angst vor Abschiebung - oder einfach Liebe.

Die Sea-Watch 4 auf See. Foto: Chris Grodotzk

Der Film porträtiert das Engagement der evangelischen Kirche und ihres Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, ein zusätzliches ziviles Rettungsschiff zu schicken, um dem Sterben im Mittelmeer ein Ende zu setzen. Diese Initiative ist verknüpft mit der Forderung an die Europäische Union die staatliche Seenotrettung im Mittelmeer wiederaufzunehmen.

Angeführt wird das Festival von Little Amal, einer dreieinhalb Meter großen beweglichen Puppe. Foto: Nick Wall

Mit "The Walk" kommt  ein interkulturelles Event nach Deutschland, das in die Interkulturelle Woche integriert werden kann: ein reisendes Festival, das von Gaziantep nahe der türkisch-syrischen Grenze bis nach Manchester in Großbritannien führen wird. Vom 30. September bis zum 5. Oktober wird es durch Deutschland ziehen.

Das Materialheft bietet Impulse und Anregungen für Gottesdienste am 7. Sonntag nach Trinitatis (18. Juli 2021). Die Inhalte eignen sich auch für weitere Gottesdienste zum Thema Migration und Flucht.

Zum zweiten Mal ist das Materialheft "Bibel und Migration" erschienen. Es bietet Impulse und Anregungen für Gottesdienste am 7. Sonntag nach Trinitatis (18. Juli 2021). Die Inhalte eignen sich auch für weitere Gottesdienste zum Thema Migration und Flucht, etwa zum "Tag des Flüchtlings" im Rahmen der Interkulturellen Woche.

Videos

Video-Übersicht

Canan Topcu ist Journalistin, Autorin, Dozentin und Mitglied im Ökume-nischen Vorbereitungsausschuss zur IIKW. Auf Einladung von Spielfeld Gesellschaft nahm sie an einer span-nenden Podiumsdiskussion zum Thema Alltagsrassismus teil mit Mohamed Amjahid (Journalist und Autor), Astrid Jacobsen (Professorin Polizeiakademie) und Boris Pistorius (Innenminister Niedersachsen).

Das "Wort zum Sonntag" von Pfarrerin Lissy Echert zum Weltflücht-lingstag am 20. Juni. Sie berichtet von Sarah Mardini, die mit ihrer Schwester aus Syrien floh, die ihr Schlauchboot auf dem Mittelmeer vor dem Unterge-hen bewahrte, die dafür zusammen mit ihrer Schwester den Medienpreis "Bambi" erhielt - und der nun von den griechischen Behören Menschen-schmuggel vorgeworfen wird.

Jana Wolter und Friedrich Stiller vom Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus im Ev. Kirchenkreis Dortmund haben im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus in Kooperation mit der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie den Stadtrundgang "Rechtsextremismus in Dortmund – eine Stadt wehrt sich" verfilmt.

 

Hefteinträge

Die "Schalömchen"-Bahn macht im Kölner Schienennetz auf das Festjahr aufmerksam.
Antisemitismus

In diesem Jahr feiern Juden und Nicht-Juden bundesweit ein gemeinsames Festjahr: Dass das Judentum Europa maßgeblich geprägt hat und auch für Deutschland konstitutiv war, dass Jüdinnen und Juden seit mindestens 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschland leben – das wird in diesem Jahr gewürdigt. 2021 soll der Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern vor allem auf die Gegenwart gerichtet werden.

Gastarbeiterinnen aus der Türkei kommen im Oktober 1965 am Münchner Hauptbahnhof an.
Ankommen und bleiben

Viele Dinge, die Kinder von Gastarbeitern oder ihre (Groß-) Eltern erlebt haben, sind außerhalb ihrer Communitys nicht bekannt. Sie kommen weder im öffentlichen Raum noch in Schulen, Museen oder Bibliotheken vor. Dabei ist die Perspektive dieser Menschen ein wichtiger Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur, der bisher kaum ausreichend Raum im deutschen Narrativ einnimmt.

Die EU schottet sich ab: Slowenische Soldaten errichten im November 2015 an der Grenze zu Kroatien eine Stacheldrahtbarriere, um Geflüchtete aufzuhalten. Foto: imago/Pixell
Flucht und Migration

Seit Jahren streiten die EU-Mitgliedstaaten darüber, wie die europäische Flüchtlingspolitik aus­sehen soll. Doch faktisch herrschen an den Grenzen Europas jetzt schon Bedingungen vor, die den Zugang zum Recht auf Asyl massiv erschweren. Es ist unfassbar, was im 70. Jahr der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) in Europa geschieht: Ein ganzer Kontinent stiehlt sich aus der Verantwortung.