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Aktuelles

Herbert Leuninger war Sprecher von PRO ASYL und Kopf der PRO ASYL-Bewegung, als es 1993 um den Kahlschlag des Asylrechts in Deutschland ging. Er kämpfte gegen Rassismus und rechtsextreme Gewalt und prangerte eine Politik an, die immer wieder davor eingeknickt war. Leuninger hat sein Leben der Verteidigung von Flüchtlings- und Menschenrechten gewidmet. Am 28. Juli ist er im Alter von 87 Jahren in Limburg gestorben.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte empfiehlt Bund und Ländern, ihre polizeiliche Praxis mit Blick auf Racial Profiling zu überprüfen. "Die Methode des Racial Profiling ist grund- und menschenrechtswidrig", erklärte Beate Rudolf, die Direktorin des Instituts. "Eine (selbst-)kritische Auseinandersetzung mit polizeilicher Praxis sollte im Rechtsstaat selbstverständlich sein", so Rudolf weiter.

Am 24. Juli sollen 928 Geflüchtete von den griechischen Inseln in Deutschland ankommen - 243 Kinder und ihre Angehörigen. Zu wenig, sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland: "Angesichts der katastrophalen Situation der Menschen in den Flüchtlingslagern in Griechenland muss Deutschland sich bereit erklären, mehr Menschen, insbesondere Kinder aus Griechenland aufzunehmen."

In diesem Jahr verleiht die Stiftung PRO ASYL ihren Menschenrechtspreis an Marion Bayer (Hanau), Hela Kanakane (Tunis) und Hagen Kopp (Hanau) von Watch the Med – Alarm Phone. Seit mehr als fünf Jahren beantworten Mitglieder von Alarm Phone Notrufe von Schutzsuchenden, die auf dem lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa in Seenot geraten. Mit fast 3.200 Booten war das Alarm Phone bislang in Kontakt.

Laut Verfassungsschutz gibt es 32.080 Rechtsextreme in Deutschland, 13.000 davon sind gewaltbereit. Anlässlich der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2019 am 9. Juli 2020 fordert die Amadeu Antonio Stiftung eine bundesweite Strategie gegen Rechtsextremismus. Der Anstieg des "rechtsextremen Personenpotenzials" ist darauf zurückzuführen, dass die circa 7.000 Mitglieder des AfD-"Flügels" nun als Rechtsextreme zählen.

Immer mehr Organisationen in Deutschland setzen sich für die Rettung von Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer ein: Über 500 Bündnispartner bilden mittlerweile das Bündnis United4Rescue, das im Dezember 2019 gegründet wurde. Im Januar 2020 kaufte United4Rescue das Rettungsschiff "Sea-Watch 4" und stellte es der Rettungsorganisation Sea-Watch zur Verfügung. Anfang August soll das Schiff zu seiner ersten Mission auslaufen.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Hefteinträge

Tag des Flüchtlings im Rahmen der IKW

Mit der Gründung von PRO ASYL im Jahr 1986 wurde auch der Tag des Flüchtlings ins Leben gerufen, der seitdem integraler Bestandteil der Interkulturellen Woche ist. Er findet immer am Freitag der Aktionswoche statt – 2020 ist der Termin der 2. Oktober. Der Aktionstag bietet die Gelegenheit, noch einmal besonders auf die Themen, Flucht, Asyl, Migration und Seenotrettung aufmerksam zu machen.

Junge Freiwillige desinfizieren die Straßen in einem überwiegend von Roma bewohnten Viertel der bulgarischen Stadt Varna.
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

In Zeiten der Corona-Pandemie tritt der allgegenwärtige Antiziganismus in Europa ganz besonders deutlich zutage. Wieder einmal werden Sinti und Roma pauschal diskriminiert, werden Angehörige der Minderheit als Seuchenträger ins Visier genommen und diffamiert, auch von staatlicher Seite. Solche Mechanismen sind nicht neu, vielmehr gab es sie schon vor Jahrhunderten, wie ein Blick in die Geschichte verrät.

Die EMRK wurde am 4. November 1950 in Rom von Mitgliedern des Europarats unterzeichnet.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verkörpert die Idee eines Europa der Menschenrechte. Was das Dokument wert ist und ob die große Idee Gültigkeit hat, lässt sich im Jahr 2020 jeden Tag an den europäischen Außengrenzen messen. Dort herrscht eine Realität für geflüchtete Menschen, die sich mit Not, Verzweiflung und Entrechtung umschreiben lässt.

Das International Welcome Center in Heidelberg.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die städtische Ausländerbehörde unter einem Dach mit dem Interkulturellen Zentrum – was auf den ersten Blick fast unmöglich erscheint, ist in Heidelberg seit über drei Jahren Realität. Dort eröffnete im Dezember 2016 in Gebäuden einer rehemaligen Tabakfabrik das "International Welcome Center" (IWC). Damit wurde eine deutschlandweit einmalige Institution geschaffen.

Videos

Video-Übersicht

Der Animationsfilm erklärt, wo die Interkulturelle Woche herkommt, was ihre Ziele sind und was während der IKW eigentlich passiert. Er darf gerne weiterverbreitet werden. Gerade in Zeiten mit Kontakteinschränkungen kann der Film als Inspiration für Ihre Kinder- und Jugendarbeit hilfreich sein, etwa im Unterricht oder der Konfigruppe. Wir sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen.

Wir begleiten Aysun Aydemir, die Integrationsbeauftragte der Stadt Lünen in Westfalen, einen Tag lang bei „ihrer“ Interkulturellen Woche. Sie zeigt uns in beeindruckender Weise, was in einer Stadt möglich ist, wenn Organisierende, Verwaltung und Schulen an einem Strang ziehen. Nutzen Sie diesen Film, um die IKW in Ihrem Umfeld bekannt(er) zu machen.

Ignacio erzählt, warum er aus Nicaragua fliehen musste. Ein Video zum 106. "Welttag des Migranten und des Flüchtlings", der von Papst Franziskus ausgerufen wurde. Er findet in diesem Jahr am 27. September statt und ist Bestandteil der Interkulturellen Woche, die vom 27. September bis zum 4. Oktober läuft. Weitere Informationen gibt es hier.

Good Practice

Rebecca Klukas und Dyaa Kassoma beim Musikvideodreh auf dem Sachsenring. Foto: Tobias Bieheim

Die Interkulturelle Woche im Landkreis Zwickau hat in diesem Jahr einen offiziellen Song: "Frag mich" heißt das Lied des Musikduos Rebecca Klukas und Dyaa Kassoma. Die beiden haben im Rahmen des interkulturellen Musikprojektes "Zusammen" einen Song umgesetzt, der an das aktuelle Motto der IKW "Zusammen leben, zusammen wachsen." anknüpft.

Alice Hasters liest in Aschaffenburg aus ihrem aktuellen Buch.

Die Corona-Pandemie sorgt auch bei der Interkulturellen Woche dafür, dass dieses Jahr viele Veranstaltungen digital stattfinden. Auch in Aschaffenburg ist das so, doch das war den dortigen Organisierenden nicht genug - und so wird die Veranstaltung mit der Autorin Alice Hasters nun in ein örtliches Programmkino übertragen.

Ein Blatt des Interkulturellen Kalenders im Kreis Nordfriesland.

Die nördlichste Interkulturelle Woche der Republik findet im Kreis Nordfriesland statt. Dort hatten die Organisierenden 2019 eine Aktionsidee, die komplett digital abläuft: Sie verschickten per E-Mail vom 1. September bis zum 3. Oktober den Interkulturellen Kalender, um die Buntheit und Vielfalt des Lebens im Kreis zu feiern.

Daniela von Bremen und Eiccafé-Betreiber Rino Micacchioni präsentieren das Integrationseis.

In Bottrop wurde anlässlich des Stadtkirchentages diese Leckerei erfunden, die nicht nur gut schmeckt, sondern auch Menschen ins Gespräch bringt: das Integrationseis. Das in einer schwarzen Waffel servierte helle Eis kommt zunächst etwas klischeehaft daher, doch der erste Eindruck kann - wie bei Menschen - täuschen.

Eigentlich wäre das Theater "Wort und Herzschlag" gerade deutschlandweit mit seinem neuen Stück "Die Mittelmeer-Monologe" unterwegs. Das war während des Lockdowns natürlich nicht möglich – und darum hat sich die "Wort und Herzschlag"-Truppe eine Alternative überlegt: Das "1:1-Telefon-Theater" - eine Möglichkeit auch für die IKW.

"Gemeinsam für morgen" lautet das Motto der Initiative.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind Themen, die einige Überschneidungen zu den Kernbereichen der IKW haben. Diese bergen für die Veranstaltenden die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit neuen Partnern - und darum ist die IKW eine Kooperation mit mehreren Initiativen und Organisationen eingegangen, die sich ab diesem Sommer stärker vernetzen wollen.